Begleitung in der Unternehmensnachfolge
Ein Unternehmen wird übergeben.
Eine Familie bleibt.
Für Verträge, Steuern und Strukturen gibt es Fachleute. Für das, was zwischen den Beteiligten geschieht, meist nicht — obwohl daran die meisten Nachfolgen scheitern. Ich begleite Übergebende und Übernehmende, einzeln und gemeinsam.
Vertrauliches ErstgesprächSie begleiten als Kanzlei oder Beratung eine Nachfolge? Der Abschnitt für Sie steht weiter unten.
Beim Verkauf an Dritte geht einer, und man sieht sich nicht wieder. In einer Nachfolge bleiben alle in Beziehung — auch nach der Unterschrift.
Drei Rollen, drei Wirklichkeiten
Jede Nachfolge hat mindestens drei Beteiligte. Sie erleben denselben Vorgang völlig unterschiedlich — und sprechen selten darüber.
Dazu kommen Ehepartner, Mitgesellschafter und langjährige Führungskräfte. Auch sie haben eine Meinung, auch wenn sie nicht gefragt werden.
Der Vertrag regelt, wem was gehört. Er regelt nicht, wer künftig wen fragt, bevor er entscheidet.
Was ungesagt bleibt
In fast jeder Nachfolge gibt es Sätze, die alle denken und niemand ausspricht.
Warum Nachfolgen scheitern
Nicht am Vertrag. Fast immer daran, dass Beteiligte unterschiedliche Vorstellungen haben und keinen Ort, an dem sie das sagen könnten, ohne den Frieden zu gefährden.
Und anders als bei einem Verkauf an Dritte lässt sich ein Konflikt hier nicht durch Abschluss beenden. Er sitzt an Weihnachten wieder mit am Tisch.
Deshalb ist der beste Zeitpunkt früh. Nicht wenn der Notartermin steht, sondern wenn die Frage zum ersten Mal aufkommt. Zwei bis drei Jahre vorher ist keine Übertreibung.
Wie ich arbeite
Es gibt keine feste Reihenfolge — aber es gibt eine bewährte.
Einzeln zuerst
Ich spreche zunächst mit jeder Seite getrennt. Was jemand allein sagt, ist selten das, was er in Anwesenheit der anderen sagt — und beides ist wichtig.
Was jeder eigentlich will
Oft stellt sich heraus, dass die Positionen weniger weit auseinanderliegen als gedacht. Was trennt, sind meist Annahmen darüber, was der andere denkt.
Gemeinsam sprechen
Dann bringen wir es zusammen. Nicht, um sich zu einigen — dafür sind Anwälte da —, sondern um zu hören, was der andere tatsächlich meint. Ich moderiere und sorge dafür, dass jeder zu Ende sprechen kann.
Rollen klären
Wer entscheidet ab wann worüber? Bleibt der Übergeber im Beirat, und was heißt das konkret? Vieles davon steht später im Vertrag — aber es muss vorher besprochen sein, sonst steht das Falsche darin.
Nach der Übergabe
Die schwierigste Zeit beginnt oft danach. Der eine hat nichts mehr zu tun, der andere zu viel. Auf Wunsch begleite ich über den Notartermin hinaus.
Ein System, keine Gegenparteien
Bei einem Verkauf an Dritte begleite ich immer nur eine Seite — dort stehen sich Interessen gegenüber. In einer Familie ist das anders: Hier gibt es keine Gegner, sondern Menschen, die dasselbe wollen und verschieden darüber denken.
Deshalb arbeite ich hier mit allen Beteiligten. Systemisch heißt genau das: Nicht die Person ist der Gegenstand, sondern das Gefüge zwischen ihnen.
Was ich nicht bin: Mediator im Sinne des Mediationsgesetzes, Rechtsanwalt, Steuerberater oder Gutachter. Ich verhandle nichts, bewerte nichts und erstelle keine Verträge. Meine Arbeit ist psychologisch und systemisch — sie ersetzt keine rechtliche Beratung, sondern macht sie oft erst möglich.
Für wen diese Begleitung gedacht ist
Passend
- Inhaberinnen und Inhaber, die übergeben wollen — oder es sollten
- Nachfolgerinnen und Nachfolger aus der Familie
- Familienmitglieder, die nicht übernehmen, aber beteiligt sind
- Ehepartner, die den Prozess miterleben
- Führungskräfte, die im Rahmen eines MBO übernehmen
- Familien, in denen die Nachfolge seit Jahren aufgeschoben wird
Nicht passend
- Wer eine rechtliche oder steuerliche Gestaltung sucht
- Wer eine Unternehmensbewertung braucht
- Wer erwartet, dass ich für eine Seite Partei ergreife
- Wer bereits anwaltlich gegeneinander vorgeht
- Wer nur die Zustimmung der anderen einholen lassen will
Für Kanzleien und Nachfolgeberatungen
Sie kennen es: Die Struktur ist entwickelt, das Steuermodell steht, der Entwurf liegt vor — und dann passiert monatelang nichts. Oder der Senior unterschreibt und verhält sich danach, als hätte er nicht unterschrieben.
Für ein erstes Kennenlernen ohne konkreten Anlass erreichen Sie mich über das Kontaktformular oder direkt telefonisch.
Warum ich
2003 habe ich mein erstes Unternehmen gegründet und über Jahre geführt. Die Wochen vor einer Übergabe oder einem Verkauf kenne ich nicht nur aus Berichten, sondern aus Prozessen, die ich begleitet habe — und aus eigener Erfahrung.
Studiert habe ich Psychologie und Betriebswirtschaft. Ich verstehe, worum es wirtschaftlich geht — und arbeite trotzdem nicht daran, sondern mit den Menschen, die es betrifft.
Meine methodische Ausbildung ist systemisch: Therapie, Coaching und Beratung, unter anderem am Helm Stierlin Institut in Heidelberg. Dazu Familien- und Paartherapie. Eine Nachfolge ist beides zugleich — ein unternehmerischer Vorgang und eine Familienangelegenheit. Für beides bin ich ausgebildet.
Namen nenne ich keine. Weder Familien noch Unternehmen noch Kanzleien — heute nicht und in fünf Jahren nicht. In einer Nachfolge ist Verschwiegenheit keine Höflichkeit, sondern die Bedingung dafür, dass überhaupt gesprochen wird.
Häufige Fragen
Wir reden seit Jahren nicht wirklich darüber. Ist es zu spät?
Nein. Dass nicht gesprochen wird, ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Oft genügt ein Rahmen, in dem es zum ersten Mal jemand anspricht, ohne dass es als Angriff gilt.
Müssen alle mitmachen?
Nein. Wir können mit einer Person beginnen. Häufig verändert das schon genug, damit andere von sich aus dazukommen wollen. Niemand wird an einen Tisch gebeten, an den er nicht will.
Sind Sie dann auf einer Seite?
Nein. Ich vertrete niemanden und bewerte niemanden. Meine Aufgabe ist, dass jeder gehört wird — auch der, der bisher am wenigsten gesagt hat.
Was, wenn sich herausstellt, dass die Nachfolge nicht funktioniert?
Dann ist das ein Ergebnis, und zwar ein wertvolles. Es ist besser, das vorher zu wissen als drei Jahre später. Manchmal ist der externe Verkauf die ehrlichere Lösung — auch darüber lässt sich sprechen.
Wer trägt die Kosten?
Häufig das Unternehmen, das die Begleitung als Betriebsausgabe verbucht; ebenso möglich ist die private Beauftragung. Ob und in welchem Umfang ein Abzug infrage kommt, entscheidet Ihr Steuerberater — ich berate dazu nicht.
Wo finden die Gespräche statt?
In Speyer, online oder an einem Ort Ihrer Wahl. Bei Familiengesprächen ist ein neutraler Ort oft hilfreicher als das Unternehmen oder das Elternhaus.
Der erste Schritt
Ein vertrauliches Gespräch, in dem Sie schildern, wo Sie stehen — und wir klären, wer sinnvollerweise dabei sein sollte. Ohne Verpflichtung.
Vertrauliches Erstgespräch
