Begleitung in der Unternehmensnachfolge

Ein Unternehmen wird übergeben.
Eine Familie bleibt.

Für Verträge, Steuern und Strukturen gibt es Fachleute. Für das, was zwischen den Beteiligten geschieht, meist nicht — obwohl daran die meisten Nachfolgen scheitern. Ich begleite Übergebende und Übernehmende, einzeln und gemeinsam.

Vertrauliches Erstgespräch

Sie begleiten als Kanzlei oder Beratung eine Nachfolge? Der Abschnitt für Sie steht weiter unten.

Beim Verkauf an Dritte geht einer, und man sieht sich nicht wieder. In einer Nachfolge bleiben alle in Beziehung — auch nach der Unterschrift.

Drei Rollen, drei Wirklichkeiten

Jede Nachfolge hat mindestens drei Beteiligte. Sie erleben denselben Vorgang völlig unterschiedlich — und sprechen selten darüber.

Wer übergibtGibt nicht nur Anteile ab, sondern eine Rolle, die Jahrzehnte lang Struktur und Bedeutung gegeben hat. „Ich höre auf, wenn ich soweit bin" heißt manchmal: nie
Wer übernimmtSoll etwas fortführen, das ein anderer aufgebaut hat — und dabei eigene Wege gehen. Jede Abweichung wirkt schnell wie Kritik am Vorgänger
Wer nicht übernimmtFamilienmitglieder, die im Unternehmen nichts werden, aber Anteile erben. Die stillste Rolle — und häufig die, an der es später zerbricht

Dazu kommen Ehepartner, Mitgesellschafter und langjährige Führungskräfte. Auch sie haben eine Meinung, auch wenn sie nicht gefragt werden.

Der Vertrag regelt, wem was gehört. Er regelt nicht, wer künftig wen fragt, bevor er entscheidet.

Was ungesagt bleibt

In fast jeder Nachfolge gibt es Sätze, die alle denken und niemand ausspricht.

Der ZeitpunktDer Übergabetermin wird verschoben, mit jedes Mal guten Gründen. Nach dem dritten Mal glaubt niemand mehr daran
Die Frage, ob je gefragt wurdeWar es eine Entscheidung der Tochter — oder war es immer selbstverständlich, dass sie übernimmt?
Die KompetenzfrageDer Nachfolger führt anders. Das ist nicht schlechter, sondern anders — aber es fühlt sich für beide Seiten wie ein Urteil an
Gleiche Anteile, ungleiche BeiträgeGleichbehandlung ist gerecht gemeint. Wer zwanzig Jahre im Betrieb stand und wer nicht, erlebt sie selten so
Der zweite ChefFormal übergeben, faktisch noch da. Mitarbeiter fragen weiter den Alten, und der antwortet
Das Nichtgesagte über GeldWer bekommt was, und warum — solange es niemand ausspricht, rechnet jeder für sich weiter

Warum Nachfolgen scheitern

Nicht am Vertrag. Fast immer daran, dass Beteiligte unterschiedliche Vorstellungen haben und keinen Ort, an dem sie das sagen könnten, ohne den Frieden zu gefährden.

Und anders als bei einem Verkauf an Dritte lässt sich ein Konflikt hier nicht durch Abschluss beenden. Er sitzt an Weihnachten wieder mit am Tisch.

Deshalb ist der beste Zeitpunkt früh. Nicht wenn der Notartermin steht, sondern wenn die Frage zum ersten Mal aufkommt. Zwei bis drei Jahre vorher ist keine Übertreibung.

Wie ich arbeite

Es gibt keine feste Reihenfolge — aber es gibt eine bewährte.

01

Einzeln zuerst

Ich spreche zunächst mit jeder Seite getrennt. Was jemand allein sagt, ist selten das, was er in Anwesenheit der anderen sagt — und beides ist wichtig.

02

Was jeder eigentlich will

Oft stellt sich heraus, dass die Positionen weniger weit auseinanderliegen als gedacht. Was trennt, sind meist Annahmen darüber, was der andere denkt.

03

Gemeinsam sprechen

Dann bringen wir es zusammen. Nicht, um sich zu einigen — dafür sind Anwälte da —, sondern um zu hören, was der andere tatsächlich meint. Ich moderiere und sorge dafür, dass jeder zu Ende sprechen kann.

04

Rollen klären

Wer entscheidet ab wann worüber? Bleibt der Übergeber im Beirat, und was heißt das konkret? Vieles davon steht später im Vertrag — aber es muss vorher besprochen sein, sonst steht das Falsche darin.

05

Nach der Übergabe

Die schwierigste Zeit beginnt oft danach. Der eine hat nichts mehr zu tun, der andere zu viel. Auf Wunsch begleite ich über den Notartermin hinaus.

Ein System, keine Gegenparteien

Bei einem Verkauf an Dritte begleite ich immer nur eine Seite — dort stehen sich Interessen gegenüber. In einer Familie ist das anders: Hier gibt es keine Gegner, sondern Menschen, die dasselbe wollen und verschieden darüber denken.

Deshalb arbeite ich hier mit allen Beteiligten. Systemisch heißt genau das: Nicht die Person ist der Gegenstand, sondern das Gefüge zwischen ihnen.

Was ich nicht bin: Mediator im Sinne des Mediationsgesetzes, Rechtsanwalt, Steuerberater oder Gutachter. Ich verhandle nichts, bewerte nichts und erstelle keine Verträge. Meine Arbeit ist psychologisch und systemisch — sie ersetzt keine rechtliche Beratung, sondern macht sie oft erst möglich.

Für wen diese Begleitung gedacht ist

Passend

  • Inhaberinnen und Inhaber, die übergeben wollen — oder es sollten
  • Nachfolgerinnen und Nachfolger aus der Familie
  • Familienmitglieder, die nicht übernehmen, aber beteiligt sind
  • Ehepartner, die den Prozess miterleben
  • Führungskräfte, die im Rahmen eines MBO übernehmen
  • Familien, in denen die Nachfolge seit Jahren aufgeschoben wird

Nicht passend

  • Wer eine rechtliche oder steuerliche Gestaltung sucht
  • Wer eine Unternehmensbewertung braucht
  • Wer erwartet, dass ich für eine Seite Partei ergreife
  • Wer bereits anwaltlich gegeneinander vorgeht
  • Wer nur die Zustimmung der anderen einholen lassen will

Für Kanzleien und Nachfolgeberatungen

Sie kennen es: Die Struktur ist entwickelt, das Steuermodell steht, der Entwurf liegt vor — und dann passiert monatelang nichts. Oder der Senior unterschreibt und verhält sich danach, als hätte er nicht unterschrieben.

Was ich übernehmeDie Arbeit mit den Beteiligten: Rollenklärung, Entscheidungsfähigkeit, das Gespräch, das in der Kanzlei keinen Platz hat
Was ich nicht anfasseVertrag, Struktur, Bewertung, Steuern. Ich erstelle nichts und rate zu keiner Gestaltung
Keine MediationMeine Arbeit ist systemisches Coaching und Beratung, keine Mediation im Sinne des Mediationsgesetzes und keine Rechtsdienstleistung
Verhältnis zum MandatIch arbeite parallel, nicht nachgeordnet. Ihre Mandatsbeziehung bleibt unberührt
VertraulichkeitInhalte gehen weder an Sie noch an Dritte. Auf Wunsch bestätige ich lediglich, dass Gespräche stattfinden
EinstiegAm wirksamsten, bevor die Struktur steht. Möglich ist er auch später — dann meist, wenn etwas stockt

Für ein erstes Kennenlernen ohne konkreten Anlass erreichen Sie mich über das Kontaktformular oder direkt telefonisch.

Warum ich

2003 habe ich mein erstes Unternehmen gegründet und über Jahre geführt. Die Wochen vor einer Übergabe oder einem Verkauf kenne ich nicht nur aus Berichten, sondern aus Prozessen, die ich begleitet habe — und aus eigener Erfahrung.

Studiert habe ich Psychologie und Betriebswirtschaft. Ich verstehe, worum es wirtschaftlich geht — und arbeite trotzdem nicht daran, sondern mit den Menschen, die es betrifft.

Meine methodische Ausbildung ist systemisch: Therapie, Coaching und Beratung, unter anderem am Helm Stierlin Institut in Heidelberg. Dazu Familien- und Paartherapie. Eine Nachfolge ist beides zugleich — ein unternehmerischer Vorgang und eine Familienangelegenheit. Für beides bin ich ausgebildet.

Namen nenne ich keine. Weder Familien noch Unternehmen noch Kanzleien — heute nicht und in fünf Jahren nicht. In einer Nachfolge ist Verschwiegenheit keine Höflichkeit, sondern die Bedingung dafür, dass überhaupt gesprochen wird.

Häufige Fragen

Wir reden seit Jahren nicht wirklich darüber. Ist es zu spät?

Nein. Dass nicht gesprochen wird, ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Oft genügt ein Rahmen, in dem es zum ersten Mal jemand anspricht, ohne dass es als Angriff gilt.

Müssen alle mitmachen?

Nein. Wir können mit einer Person beginnen. Häufig verändert das schon genug, damit andere von sich aus dazukommen wollen. Niemand wird an einen Tisch gebeten, an den er nicht will.

Sind Sie dann auf einer Seite?

Nein. Ich vertrete niemanden und bewerte niemanden. Meine Aufgabe ist, dass jeder gehört wird — auch der, der bisher am wenigsten gesagt hat.

Was, wenn sich herausstellt, dass die Nachfolge nicht funktioniert?

Dann ist das ein Ergebnis, und zwar ein wertvolles. Es ist besser, das vorher zu wissen als drei Jahre später. Manchmal ist der externe Verkauf die ehrlichere Lösung — auch darüber lässt sich sprechen.

Wer trägt die Kosten?

Häufig das Unternehmen, das die Begleitung als Betriebsausgabe verbucht; ebenso möglich ist die private Beauftragung. Ob und in welchem Umfang ein Abzug infrage kommt, entscheidet Ihr Steuerberater — ich berate dazu nicht.

Wo finden die Gespräche statt?

In Speyer, online oder an einem Ort Ihrer Wahl. Bei Familiengesprächen ist ein neutraler Ort oft hilfreicher als das Unternehmen oder das Elternhaus.

Der erste Schritt

Ein vertrauliches Gespräch, in dem Sie schildern, wo Sie stehen — und wir klären, wer sinnvollerweise dabei sein sollte. Ohne Verpflichtung.

Vertrauliches Erstgespräch