Begleitung im Unternehmensverkauf

Am Ende steht eine Unterschrift.
Davor stehen Sie.

Und danach auch. Verträge werden geprüft, Strukturen gebaut, Zahlen belastbar gemacht — für all das gibt es Fachleute. Für die Person, die das Unternehmen abgibt, ist niemand zuständig, obwohl sie den Prozess trägt und ihn zum Stehen bringen kann.

Vertrauliches Erstgespräch

Sie begleiten als Kanzlei oder M&A-Beratung einen Mandanten durch einen Verkauf? Der Abschnitt für Sie steht weiter unten.

Ein Unternehmen wechselt den Eigentümer. Ein Mensch wechselt die Rolle. Nur eines davon steht im Vertrag.

Der Teil, den niemand plant

Der Verkaufsprozess ist durchdacht. Der Austritt selten.

Die Nacht vor dem SigningAlles ist verhandelt, alles ist geprüft — und Sie liegen wach, ohne sagen zu können, warum
Das Gespräch mit den MitarbeiternMenschen, die Sie seit Jahren kennen, erfahren etwas, das Sie monatelang nicht sagen durften
Die Earn-out-PhaseSie sind noch da, aber es ist nicht mehr Ihr Haus. Entscheidungen fallen ohne Sie, in Ihrem Büro
Der erste Montag danachKein Kalender, keine Fragen, kein Anruf. Was als Freiheit gedacht war, fühlt sich zunächst anders an
Zu HauseIhre Familie erwartet Erleichterung. Sie können nicht erklären, warum die nicht kommt
Die Frage nach dem BerufJemand fragt, was Sie machen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten fehlt die Antwort

Es geht nicht um Wehmut. Es geht darum, dass eine Rolle wegfällt, die jahrzehntelang Struktur, Status und Zugehörigkeit gegeben hat — und dass niemand diesen Wechsel vorbereitet, während alle den Vertrag vorbereiten.

Warum Prozesse ins Stocken geraten

In der M&A-Literatur steht Emotion nicht am Rand, sondern in den Listen der häufigsten Abbruchgründe. Meist zeigt sie sich nicht als Gefühl, sondern als Sachargument.

Verzögerung mit BegründungNeue Prüfwünsche, verschobene Termine, ein weiteres Gutachten. Jeder Einwand klingt vernünftig. Zusammen ergeben sie einen Rückzug
Der Preis als StellvertreterDie Bewertung wird zur Frage nach dem Wert der eigenen Lebensleistung — und rückt dadurch aus dem Verhandelbaren heraus
Kontrolle bis zuletztGarantien, Zusagen, Nebenabreden. Es geht seltener um Absicherung als um die Frage, ob wirklich losgelassen wird
Der späte AbbruchWenn es zu einem Rückzug kommt, dann meist spät — nach Monaten, nach Kosten, nach offengelegten Zahlen

Nichts davon ist ein Fehler. Es ist die vorhersehbare Reaktion eines Menschen, der etwas abgibt, das ihn definiert hat — und der dafür keinen Ort hat, an dem er es aussprechen kann.

Vor, während, danach

Ich begleite in allen drei Phasen — und der Einstieg ist in jeder möglich. Am wirksamsten ist er, bevor der Prozess läuft.

01

Vor der Entscheidung

Wollen Sie verkaufen, oder wollen Sie aufhören? Das ist nicht dasselbe. Wir klären, was Sie sich vom Danach erhoffen, was Sie verlieren, und ob der Zeitpunkt Ihrer ist oder der des Marktes. Wer das vorher weiß, verhandelt anders.

02

Während des Prozesses

Monate unter Verschwiegenheit, mit Beratern an jeder Ecke und niemandem, mit dem Sie offen sprechen können. Ich bin der Ort außerhalb des Verfahrens: nicht beteiligt, ohne Interesse am Abschluss. Punktuell an Meilensteinen oder durchgehend.

03

Nach dem Closing

Hier endet die Arbeit aller anderen. Es geht um die Rolle, die bleibt oder nicht bleibt — Beirat, Investor, Mentor, oder bewusst keine. Um Struktur ohne Firma. Und darum, nicht aus Unruhe die nächste Sache zu beginnen, nur weil Stille ungewohnt ist.

04

Wenn es die Familie betrifft

Ein Verkauf verändert nicht nur den Alltag des Inhabers. Partnerinnen und Partner erleben monatelange Anspannung mit, ohne den Prozess zu kennen — sie dürfen oft nicht einmal erfahren, worum es geht. Und nach dem Closing ist plötzlich jemand zu Hause, der jahrzehntelang nicht da war.

Auf Wunsch arbeite ich deshalb auch mit Paaren und Familien. Nicht über den Verkauf — über das, was er mit einer Beziehung macht. Beide Seiten kommen dabei zu Wort, auch die, die bisher nur zugesehen hat.

Was ich nicht bin

Ich bin kein M&A-Berater, kein Rechtsanwalt, kein Steuerberater und kein Vermittler. Ich bewerte nicht, verhandle nicht und bringe niemanden zusammen. Ich habe kein Interesse daran, ob abgeschlossen wird — und keinen Anteil daran, zu welchem Preis.

Genau das macht die Arbeit möglich. Sie können hier etwas aussprechen, das am Verhandlungstisch niemand hören darf.

Ich begleite immer nur eine Seite. Verkäufer oder Käufer, nie beide in derselben Transaktion. Diese Regel gilt ohne Ausnahme und wird zu Beginn schriftlich festgehalten.

Wo ich aufhöre

Ein Verkaufsprozess bringt Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Zweifel mit sich. Das ist normal und kein Anlass zur Sorge.

Ich führe daneben eine Privatpraxis für Psychotherapie. Das heißt: Ich erkenne, wann es das nicht mehr ist. Wenn Erschöpfung sich durch Erholung nicht mehr auflöst, wenn der Antrieb über Wochen wegbleibt, wenn Alkohol zur Einschlafhilfe wird — dann ist Begleitung das falsche Werkzeug, und ich sage es Ihnen.

Umgekehrt genauso: Nicht jede schwere Phase in einem solchen Prozess ist behandlungsbedürftig. Ein Verkauf ist eine Ausnahmesituation, und vieles daran ist eine gesunde Reaktion auf eine unnormale Lage.

Zeigt sich, dass etwas anderes ansteht, führt der Weg über die Psychotherapie — bei mir oder, wenn es passender ist, bei jemand anderem.

Für wen diese Begleitung gedacht ist

Passend

  • Inhaberinnen und Inhaber vor, während oder nach einem Verkauf
  • Gründer mit Investoren im Gesellschafterkreis, auch in der Earn-out-Phase
  • Familienunternehmen in der Übergabe an die nächste Generation oder an Dritte
  • Partnerinnen und Partner, die den Prozess miterleben, ohne ihn zu kennen
  • Käufer und Geschäftsführungen, die ein übernommenes Haus integrieren müssen
  • Wer den Prozess bereits begonnen hat und merkt, dass er ihn selbst ausbremst

Nicht passend

  • Wer Beratung zur Transaktion sucht — Bewertung, Struktur, Verhandlung
  • Wer einen Käufer oder ein Ziel vermittelt bekommen möchte
  • Wer eine Bestätigung für eine bereits getroffene Entscheidung sucht
  • Wer erwartet, dass ich Einfluss auf den Abschluss nehme
  • Beide Seiten derselben Transaktion — das schließe ich grundsätzlich aus

Für Kanzleien und M&A-Beratungen

Sie kennen die Situation: Der Mandant ist wirtschaftlich überzeugt, die Struktur steht — und trotzdem kommt der Prozess nicht voran. Die Einwände wechseln, der Grund bleibt derselbe und wird nicht benannt.

Was ich übernehmeDie Arbeit mit der Person: Entscheidungsklarheit, Belastbarkeit über die Dauer, die Frage nach dem Danach
Was ich nicht anfasseVertrag, Bewertung, Struktur. Ich verhandle mit niemandem und vertrete keine Position
Verfügbarkeit an VerhandlungstagenAuf Wunsch bin ich an langen Verhandlungstagen erreichbar oder vor Ort, ohne Teil der Runde zu sein
Das private UmfeldAuf Wunsch beziehe ich Partnerin oder Partner ein — häufig der Ort, an dem der Druck am längsten unbesprochen bleibt
Verhältnis zum MandatIch arbeite parallel, nicht nachgeordnet. Ihre Mandatsbeziehung bleibt unberührt
VertraulichkeitInhalte gehen weder an Sie noch an Dritte. Auf Wunsch bestätige ich lediglich, dass Gespräche stattfinden
SeitenbindungImmer nur eine Seite. Bei einem Interessenkonflikt sage ich ab, bevor ein Gespräch stattfindet
EinstiegEin Gespräch zu dritt ist möglich, wenn es die Übergabe erleichtert. Danach arbeite ich allein mit dem Mandanten

Für ein erstes Kennenlernen ohne konkreten Anlass erreichen Sie mich über das Kontaktformular oder direkt telefonisch.

Warum ich

2003 habe ich mein erstes Unternehmen gegründet und 2012 verkauft. Ich kenne die Wochen vor der Unterschrift und die Monate danach nicht aus Berichten.

In den letzten Jahren habe ich mehrere Inhaber durch Verkaufsprozesse begleitet — von der ersten Überlegung bis über das Closing hinaus.

Studiert habe ich Psychologie und Betriebswirtschaft. Ich verstehe die Systematik einer Transaktion und arbeite trotzdem nicht daran, sondern mit dem Menschen, der sie durchläuft.

Meine methodische Ausbildung ist systemisch — Therapie, Coaching und Beratung, unter anderem am Helm Stierlin Institut in Heidelberg. Systemisch heißt hier konkret: Ein Verkauf betrifft nie nur den Inhaber. Er betrifft Mitgesellschafter, Familie, Führungskreis — und die Widerstände entstehen oft dort, nicht bei ihm.

Namen nenne ich keine. Weder Kanzleien noch Beteiligte, weder Käufer noch Verkäufer — heute nicht und in fünf Jahren nicht. In einem laufenden Verfahren ist Verschwiegenheit keine Höflichkeit, sondern die Bedingung. Ohne sie gäbe es nichts zu besprechen.

Häufige Fragen

Wir stehen mitten im Prozess. Ist es zu spät?

Nein. Der beste Zeitpunkt liegt vorher, der zweitbeste ist jetzt. Gerade in der Phase zwischen Absichtserklärung und Signing entstehen die Verzögerungen, über die niemand spricht.

Wie oft und wie lange?

Das richtet sich nach dem Verfahren. Manche Begleitungen bestehen aus wenigen Gesprächen an den Meilensteinen, andere laufen über die gesamte Dauer und darüber hinaus. Über Umfang und Investition sprechen wir im Erstgespräch.

Kann meine Partnerin oder mein Partner dazukommen?

Ja, und häufig ist genau das sinnvoll. Manche Gespräche führen wir zu dritt, andere getrennt — je nachdem, was gerade hilft. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, und sie lässt sich jederzeit ändern.

Wer trägt die Kosten?

Das entscheiden Sie. Häufig übernimmt die Gesellschaft die Begleitung und verbucht sie als Betriebsausgabe; ebenso möglich ist die private Beauftragung, wenn Sie das Thema aus dem Unternehmen heraushalten wollen. Läuft die Begleitung über eine Kanzlei oder M&A-Beratung, rechne ich getrennt und ohne Bezug zum Mandat ab. Ob und in welchem Umfang ein Abzug für Sie infrage kommt, entscheidet Ihr Steuerberater — ich berate dazu nicht.

Erfährt jemand davon?

Nur, wenn Sie es wollen. Gespräche finden in Speyer, online oder an einem Ort Ihrer Wahl statt. Es gibt keine Referenzliste, auf der Sie später auftauchen könnten.

Was, wenn ich mich am Ende gegen den Verkauf entscheide?

Dann ist das ein Ergebnis. Ich habe kein Interesse am Abschluss — das unterscheidet mich von allen anderen Beteiligten und ist der Grund, warum diese Frage hier überhaupt gestellt werden kann.

Der erste Schritt

Ein vertrauliches Gespräch, in dem Sie schildern, wo Sie stehen — und wir klären, ob und wann eine Begleitung sinnvoll ist. Ohne Verpflichtung und ohne Aktenzeichen.

Vertrauliches Erstgespräch